Vita

7. September 1929 – 17. April 2011

Johannes Lehmann lehnte es ab, sich selbst zu rühmen. Deshalb haben es seine Töchter übernommen, ihm diese Internetseite aufzubauen.

Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte Johannes Lehmann Pfarrer werden sollen, doch er studierte nicht nur Theologie, sondern auch Publizistik, leitete über Jahrzehnte beim SDR die Sendung "Bücherbar". In seinen Büchern verbindet er als Journalist gründliche und kritische Recherche mit unterhaltsamer Darstellung aus eigener Anschauung.

Johannes Lehmann wurde 1929 in Madras als Sohn eines Missionars in Indien geboren, wuchs in Dresden auf, überstand die Bombardierung Dresdens zusammen mit seinen beiden Brüdern, Theo Lehmann (Pfarrer, bekannter Jugendevangelist in der DDR und Buchautor) und Jochen Lehmann (Pfarrer und Maler und Dichter in Cospeda bei Jena, gest. 2000), ging 1950 nach Westberlin, verbrachte ein Jahr in Schottland, studierte zuerst in Halle, dann in Berlin Theologie, Philosophie, Psychologie und Publizistik und schrieb seine Dissertation beim Lutherischen Weltbund in Genf. Dort heiratete er seine Frau Ruth und bekam seine beiden Töchter Christine und Maria. 1960-63 arbeitete er bei dpa in Hamburg und kam dann als Kirchenfunkredakteur zum Süddeutschen Rundfunk (dem heutigen Südwestrundfunk) in Stuttgart.

Die meisten Anregungen für seine historischen Bücher bekam Johannes Lehmann auf Reisen nach Griechenland, Israel, Jordanien, Syrien, Ägypten und in die Türkei. Er bereiste Ende der sechziger Jahre zu Fuß den Mönchsberg Athos. Beim Anblick der Höhlen von Qumran am Toten Meer kam ihm die Idee für die Sendereihe "Das Geheimnis des Rabbi J.", aus der das Buch "Jesus Report" wurde.

Die vom SDR 1968 ausgestrahlte Sendereihe – "Das Geheimnis des Rabbi J.", führte zu einem Skandal. Der Rundfunkrat diskutierte live und open end über den aufmüpfigen Redakteur. Lehmann wurde freigestellt und bekam Anfang der siebziger Jahre die "Bücherbar", eine ARD-weit einzigartige Büchersendung jeden zweiten Sonntagabend.

Nach dieser Sendereihe erschien 1970 "Jesus Report", ein Buch, das ebenso heftige Reaktionen in der Öffentlichkeit auslöste wie die Sendereihe. Aus dem Buch wurde ein Longseller, das auch heute noch viele Menschen beschäftigt.

1975 erschienen bei C.Berthelsmann "Die Hethiter" und landeten sofort auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Es folgten "Die Kreuzfahrer" , "Die Staufer" und "Buddha" um nur einige der erfolgreichsten Sachbücher zu nennen, mit denen Lehmann sich ein großes Publikum In- und Ausland erschlossen hat.

Wie Lehmann diese umfangreichen Recherchen zu seinen Büchern, die alle zwei Jahre erschienen, neben dem Fulltimejob als Rundfunkredakteur überhaupt geschafft hat, ist seinen Töchtern immer noch ein Rätsel, denn er hat die Familie niemals vernachlässigt. Es muss wohl daran gelegen haben, dass er oft morgens um fünf Uhr aufstand, um zu schreiben, was er als in aller Bescheidenheit als "senile Bettflucht" abtat.

2000 und vom Pensionär mit mehr Ruhe geschrieben, ist "Unser armer Schiller" erschienen, eine Biographie der etwas anderen Art und erfreulich für alle, die Schiller als Mensch kennen lernen und mit ein paar Legenden um ein Werk aufräumen wollen.

Lehmanns Töchter sind ebenfalls den Buchstaben treu geblieben. Die eine, Christine Lehmann, ist in Vaters altem Sender gelandet und schreibt Krimis und Unterhaltungsromane. Die andere, Maria Lehmann, ist im Verlagsgeschäft tätig gewesen und baut jetzt nicht nur diese, sondern auch andere Internetseiten zusammen. Auch Lehmanns Frau, Dr. Ruth Lehmann, hat als Literaturwissenschaftlerin publiziert. Da auch Lehmanns Vater, Arno Lehmann (der Missionar) Bücher schrieb, ebenso wie Mutter Gertrud Lehmann und die beiden Brüder, Theo und Jochen, ununterbrochen Druckerzeugnisse unter die Leser streuen, kann man die Familie Lehmann wohl als regelrechte Schriftstellerfamilie bezeichnen.


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Letztes Änderungsdatum 18.04.2011
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