Kurzbeschreibungen der vorgestellten Bücher

Jesus Report | Die Hethiter | Die Kreuzfahrer | Die Staufer | Buddha | Moses, der Mann aus Ägypten | Das Geheimnis des Rabbi Jesus | Unser armer Schiller | Barbarossa & Co | Jesus GmbH | Griechenland | Nachrichten aus 1000 Jahren

Jesus Report
1970, 3 Auflagen im Erscheinungsjahr, Econ.

"Das Geheimnis des Rabbi J" hieß eine vom Süddeutschen Rundfunk 1968 ausgestrahlte 13-teilige Sendereihe, die diesem Buch zugrunde liegt. Sendereihe und Buch lösten damals nicht nur Aufregung, sondern einen regelrechten Skandal aus.
Wer war Jesus? Phantasiegestalt oder historische Wirklichkeit? Gottes Sohn oder jüdischer Mönch? Die Archäologie hat zahlreiche Beweise dafür erbracht, dass Jesus gelebt hat. Aber diese Beweise fordern auch eine Revision des Bildes, das in zweitausend Jahren entstanden ist. Dieses Buch präsentiert das Wissen der Fachgelehrten auf verständliche Weise. Es erzählt die Geschichte des Rabbi Jesus, den seine Zeitgenossen kannten, verehrten und verachteten und nicht die Geschichte jenes idealisierten und mythologisierten Sohn Gottes, wie ihn sich die Europäer und die Kirche im Lauf der Zeit zurechtinterpretiert haben. Wichtigste Grundlage dieses "Protokolls einer Verfälschung" sind die Schriften von Qumran am Toten Meer. Lehmann stellt sich die Frage, ob Jesus nicht Mitglied der Geheimsekte der Essener war.


Die Hethiter
1975 C.Bertelsmann (zahlreiche weitere Lizenzausgaben)

Vor hundert Jahren wusste man über die Hethiter nicht viel mehr, als das, was in der Bibel über sie erzählt wird. Lehmann schildert die Entdeckungsgeschichte dieses indogermanischen Volks, berichtet von der Ausgrabung ihrer Städte, erzählt die Geschichte Kleinasiens und des allmählichen, spannungsreichen Aufstiegs der Hethiter zu einer Großmacht, deren Einflussgebiet vom Schwarzen Meer und der Ägäis bis zum Libanon reichte.


Die Kreuzfahrer
1976 C. Bertelsmann (zahlreiche Lizenzausgaben)

Im Jahr 1096 rief Papst Urban II mit den Worten "Gott will es!" zum Kampf gegen die Heiden und zur Rückeroberung des Heiligen Grabes in Jerusalem auf. Alle wahren Christen, an ihrer Spitze die Ritter, sollten Haus und Hof, Weib und Kind verlassen und, allein für die Vergebung ihrer Sünden, in ferne Länder ziehen, ihr Leben aufs Spiel setzen und Gottes Befehl in die Tat umsetzen. Tatsächlich eroberten sie schon drei Jahre später zum ersten Mal Jerusalem – doch um welchen Preis?

Johannes Lehmann zeigt in einem fesselnden Bericht, wie sich von Anfang an religiöses Streben mit Abenteuerlust, wirtschaftlichen Interessen und machtpolitischen Intrigen zu einem unentwirrbaren Knäuel verschiedenster Motive verquickte. Er macht die Leser aber auch mit den großen Namen dieser Zeit vertraut, mit Peter von Amiens und Gottfried von Bouillon, mit den Brüdern Bohemund und Raimund von Toulouse, mit Richard Löwenherz und Ludwig dem Heiligen, mit Barbarossa und Friedrich II und ihren arabischen Gegenspielern wie dem großen Saladin. Bilder und Karten veranschaulichen die Kriegswirren.


Die Staufer
1978 C.Bertelsmann (zahlreiche Lizenzausgaben)

In der an glanzvollen Epochen nicht eben reichen deutschen Geschichtete bildet die Zeit der Staufer einen kaum je wieder erreichten Höhepunkt. Dabei war sie alles andere als eine Epoche sich ständig steigernder Erfolge oder die Zeit einer unangefochtenen Herrschaft. Die langjährigen Kämpfe mit den Welfen und den lombardischen Städten, die nicht enden wollenden Auseinandersetzungen mit dem Papsttum, der frühzeitige Tod Friedrich Barbarossas auf dem Dritten Kreuzzug – all dies verweist eher auf Tragik, denn auf Glanz. Wenn das schwäbische Geschlecht dennoch einen derart bevorzugten Platz in der Erinnerung einnimmt, dann liegt das wohl vor allen an seinen Herrschergestalten. Der letzte eigentliche Herrscher des Geschlechts, Friedrich II, den seine Zeitgenossen das "Staunen der Welt" nannten, und der in Süditalien lebte, sprengt schließlich das mittelalterliche Denken und seine Wertvorstellungen und Maßstäbe.


Buddha
1980 C. Bertelsmann (zahllose Lizenszausgaben)

Die Legende lässt Buddha als Sohn eines indischen Fürsten im Vorland des Himalaja aufwachsen. Als er mit dem Leid der Vergänglichkeit des menschlichen Lebens konfrontiert wird, verlässt er die verschwenderischen Reichtum des väterlichen Hofs, um in der "Hauslosigkeit" durch Askese die Erlösung z finden. Doch erst, als er in der Begierde nach den Scheinwerten dieser Welt die Ursache allen Leidens erkennt, wird er zum ältesten Vorbild für jene Menschen, die damals wie heute danach suchen, sich aus eigener Kraft von Todesangst und Unruhe zu befreien.

Moses, der Mann aus Ägypten
1983 Hoffmann und Campe

Johanns Lehmann kennt den Sinai von zahlreichen Reisen aus eigener Anschauung, hat den Mosesberg erklommen, den "brennenden Dornbusch" im Sinai-Kloster gesehen und das gekostet, was die Beduinen heute noch Man-es-Sama, Manna, nennen. Der Zug Moses’ durch die Wüste ins Gelobte Land, erfährt dort realistische und natürliche Erklärungen, wo es solche gibt. Worin bestanden die zehn Plagen, die Ägypten heimsuchten, damit das Volk Israel ziehen durften? Was für ein Mensch war Moses eigentlich. Moses war höchstwahrscheinlich gar kein Jude, sondern Ägypter. Er stammte aus einer illegitimen Ehe und hatte einer Schwarze zur Frau. Der Mann, der die zehn Gebote verkündete, hat einen Menschen erschlagen und wurde wahrscheinlich von seinen eigenen Leuten ermordet. Als Theologe forscht Lehmann auch der Urform der zehn Gebote nach und fragt sich, wie damals aus den zerstrittenen Beduinenstämmen ein staatsfähiges Volk entstehen konnte. Und fand der Exodus eigentlich wirklich so statt, wie ihn uns die Bibel erzählt?


Das Geheimnis des Rabbi Jesus
1993 Rasch und Röhring

Dieser aktualisierte Longseller zum Thema Jesus und Qumran zeigt die engen Beziehungen zwischen jener jüdischen Sekte vom Toten Meer und Jesus und weist nach, dass die Kirche von Anfang an das wahre Christusbild verfälscht hat. Wenn Kirche und Theologie wirklich den historischen Jesus meinen, dann müssten sie von einem Mann sprechen, der zum Beispiel radikale Besitzlosigkeit forderte, der ganz Jude war und der unter dem Kommen des Reiches Gottes kein geistiges Ereignis verstand, sondern den Aufstand gegen die römische Besatzung. Statt dessen verkündigen sie einen durch Geschichte und Tradition entstandenen Christus und Erlöser von Sünden, der als Sohn Gottes geboren wurde, auferstanden ist und gen Himmel fuhr – nicht in einer einzigen dieser Aussagen würde sich der historische Jesus wiedererkennen. Lehmann geht in diesem Buch auch auf die seit dem Erscheinen von "Jesus Report" intensiv geführte Diskussion über Qumran ein, die inzwischen bestätigen, dass es eine enge Verbindung zu Jesus gab.


Die Jesus G.m.b.H. – Was Jesus wirklich wollte
1972 Econ Verlag

Wie konnte aus dem Verzweiflungsschrei "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" eine Erlösungsreligion werden? Wie konnte sich eine Katakombenreligion der Unterdrückten in eine Staatsreligion verwandeln, in der sich die weltlichen Herrscher von Gott eingesetzt fühlten? Wie konnte ein Glaube, der die Nächstenliebe und die Feindesliebe für das höchste Gebot hält, auch Kriege segnen und Andersdenkende verbrennen? Wie konnte aus einer winzigen jüdischen Sekte eine Weltreligion werden, die zweitausend Jahre lang die Welt prägte, sodass für uns Kultur und Religion kaum trennbar sind?
Das Buch schildert die entscheidenden Situationen, die vom Glauben zur Lehre, von der Lehre zur Kirche, von der Kirche zu Macht und von der Macht zur Ideologie geführt haben.

Johannes Lehmann: "Ich möchte darstellen, wie die Kirche geboren wird, wie sie ihre Gestalt gewinnt und dabei ihre Idee verliert."


Unser armer Schiller
2000 Silberburgverlag (auch in der 2. Auflage als Rowohlt-Taschenbuch)

Nicht nur in Württemberg war Schiller lange Zeit so etwas wie ein Nationalheiliger. Angefangen mit Schillers mehr als strenger Erziehung, wirft der Literaturexperte Johannes Lehmann ein Schlaglicht auf das, was am Leben Schillers bisher vertuscht, verändert oder idealisiert, beschönigt oder übertüncht worden ist. Musste Schiller wirklich nach der Uraufführung seiner "Räuber" in Mannheim fliehen? Konnten der "arme Schiller" und der selbstgefällige Dichterfürst Goethe in Weimar überhaupt "innige Freunde" sein? Wie starb Schiller eigentlich? Und was ist aus seinen Gebeinen geworden, die in einem Massengrab versenkt wurden.


Barbarossa & Co – Reise zu den Staufern in Südwestdeutschland
2002 Silberburg Verlag, bebildeter Reiseführer

Warum zeigt das Wappen von Baden-Württemberg die Stauferlöwen? Was hat es mit dem rotbärtigen Stauferkaiser auf sich, dessen Krone wie eine Zitronenpresse aussah? Welches Geheimnis umweht die achteckigen Kapellen in Hohenlohe? Johannes Lehmann beantwortet diese und viele andere Fragen humorvoll, spritzig und sehr kenntnisreich. Er war vor Ort, weist die Wege zu den verborgenen Schätzen und erzählt aus der Vergangenheit der Burgen und Städte, Kirchen und Klöster. Er beschreibt manch Bekanntes, spürt aber dahinter auch viele unbekannte Seiten und Episoden auf, die das Mittelalter erst so richtig lebendig machen.


Griechenland – Landschaft des Lichts und Welt der Inseln
1994 G.Braun
Fotos von Werner Richter

Mitte der sechziger Jahre, in einer Zeit, da Journalisten schon Schwierigkeiten hatten nach Griechenland hineinzukommen, bereiste Johannes Lehmann – natürlich zu Fuß – den Mönchsberg Athos, wanderte mit Popen, schlief in Klostern, betete mit den Mönchen und kehrte, sehr zur Freude seiner Töchter, mit einem Bart nach Hause. Daraus entstand nicht nur eine Sendereihe im SDR, sondern – nach vielen weiteren Griechenlandreisen – auch dieses Buch. Nicht nur seine Fotos, sondern auch Lehmann Texte geben einen ganz besonderen Einblick in das Leben der Menschen auf den Inseln, auf dem Berg Athos und in dreitausend Jahre griechischer Geschichte.


Nachrichten aus tausend Jahren – unterwegs durch die Geschichte
1980 Poller

Geschichte von 1215 bis 1975 in Rückblenden. "Rückblenden", so hieß eine Sendereihe, die im SDR jeden Tag lief, und die auf dem basierte, was Nachrichtenagenturen heut auch "Kalenderblätter" nennen. "Heute vor 150 Jahren wurde ..." jemand geboren, ein Krieg begonnen oder beendet, eine Erfindung gemacht. Daraus ist ein Geschichtsbuch der ganz eigenen Art geworden.

"Luther konnte sich den Vater im Himmel nicht anders vorstellen als seinen eigenen Vater. Zu Depressionen veranlagt, suchte er nach Liebe und Vergebung ..." Das war 1505

Zum Seitenanfang
Letztes Änderungsdatum 14.01.2006
Copyright: Dr. Johannes Lehmann, 2002